- Inspiration aus den poetischen Fragmenten des Novalis 18.3.2014 Jede gekrümmte Linie hat Ihren Ursprung in sich selber, so wie Leben nur aus Leben entstehen kann Man versteht daraus vielleicht, warum sich die Malerin El Witt mit der Linie beschäftigt, mit dem Strömenden und Fließenden, das sich hier kaum verhüllt zeigt und Linienkonstellationen als dynamische Momente der Bildentstehung wahrnehmbar macht. Und dieses Formgebende ist zugleich auch ein Seelisches und Musikalisches, es lässt sich empfinden und belauschen, wenn man es auf den auf- und absteigenden Stufen des Seins der Dinge und Wesen aufsucht, im Bereich des Pflanzlichen Werdens, aber auch von Kristall und Edelstein. Alle Bilder der Künstlerin, gibt sie zu verstehen, sind aus der Linie entstanden, aus dem tätigen Miterleben dessen, was geschieht, wenn diese sich berühren und verweben, im Punkt stauen, und wenn die strichförmigen, aber auch breitflächigeren Pinselstriche aneinander Kontur bilden, Spannungen oder Lösungen entstehen lassen und sich jenes Wechselspiel gestaltet, das als Verdichten und Lösen zum Beispiel das Wachstum der Pflanzen gesetzmäßig bestimmt. Edelgard Wittkowski beschäftigt die Unterschiedlichkeit des Ausdrucks im Mineral- und im Pflanzenreich, die durchglänzten Stofflichkeiten und Bildfarben, die man hier und dort in Beziehung bringt, als die auf- und absteigende Linien der Weltwesen. Deren Ur- und Zukunftsbild ist nach Novalis der Mensch, da sich der Makroanthropus in die Vielzahl der Wesen differenziert und zerspalten hat. Worin dabei die künstlerische Aufgabe liegt, lasse man die Malerin durch ihre Kunst sagen. Hat man die Bereiche im Großen erkannt, wird man sich dem einzelnen Geschehen jedes Werkes zuwenden wollen um deren Bewegungsimpulsen im Nacherleben bis zur Bildgestaltung zu folgen. Edelgard Wittkowski - Malerei und Naturgebärde Edelgard Wittkowski beschäftigt sich mit der Erde, ihren Stoffen, dem Mineral- und Pflanzenreich und lässt ihre Studien zum Natur-Schönen, beispielsweise zu den durchlichteten und durchglänzten Stofflichkeiten von Edelsteinen, Kristallen und metallischer Gebilde der Natur in einem Ausdruck des Kunst-Schönen verwandelt erscheinen. So tritt, was sich als Pretiose, zum Beispiel als Druse von Amethyst in einem amorphen und grauen Umgebungsgestein zeigt, auch in Farbkompositionen und Spannungen auf, die sich, wie solche Plötzlichkeit und Werthaltigkeit des Naturgeschehens, als farbdramatisches Kleinod, umgeben von abdeckenden und kontrastierenden Flächen bildet. Sind es in den diversen Stoffgebieten des Anorganischen und dazu komplementär des Farbigen, die dramatischen Begegnungen, Kontakte und das Verfließen und Durchmischen auf der Leinwand, das sie wie ein Bildegeschehen und Lichtsuchen auf unterster Stufe verfolgt, so potenzieren sich die Farbenzusammenhänge, wenn Lebendigkeit auftritt, wie im Mai-Grün und anderen Vergesellschaftungen des Farbigen, in besonderen Tönen des Violett, Gelb oder Rot. Spezifische Formen, Flächen und Linienelemente treten damit verbunden auf. Die Künstlerin arbeitet vorzugsweise in experimentellen Reihen, ob sie bloße Materialbilder anlegt, Erde in Weiß und Schwarz, dabei Lacke, Asphalt u.a. verwendet, oder sich in strömenden Farbenzusammenhängen dynamisch, dramatisch aber auch transparent und zurücknehmend bewegt, ob sie blumige, florale Kompositionen und andere Metamorphosen der Erdgebilde entstehen lässt, immer sind es Zeugnisse des Augenblicks, eines Moments des fortlaufenden künstlerischen Prozesses, der sich nur vorübergehend ereignishaft verdichtet . Kleine und mittlere Formate, hoch und quer, sind Durchgangsstationen zu einer Reihe großer Formate, auf die sie sich gerade vorbereitet. Edelgrad Wittkowski lebt nicht nur für die Kunst, sondern aufgrund reger Nachfrage nach ihren Bildern, auch von ihrer Kunst. Moderne Hersteller, alle möglichen Betriebe und Privatpersonen suchen den Kontakt mit der Künstlerin, die auf diesem Wege nicht nur die Orte und Menschen, für die sie Kunst-schaffend tätig wird, kennenlernt, sondern auch ihren eigenen Horizont in der modernen Industrie und Arbeitswelt weiter ausdehnt und vertieft. Im Kontext einer Fortsetzung des Natürlichen im Künstlerischen tritt das Soziale in einer willensbetonten und von tätigem Optimismus geprägten Grundhaltung hervor. Klaus HartmannBackB zurück